Geschichtliche Entwicklung der Gemeinde Binau

Schon in der Bronzezeit

Bereits in der späten Bronzezeit lebten auf der Gemarkung von Binau Menschen. Den Beweis lieferten zwei Grabhügel im Binauer Forst. Dort sind noch sieben weitere und ebenso zwei im Gewann Rothenberg vorhanden, die jedoch nicht geöffnet wurden. 1958 fand man außerdem eine Anzahl von Gefäßen und Urnen aus der jüngeren Bronzezeit in einem steinernen Kistengrab im "Knoden".

Aus der Römerzeit sind Mauerreste und Münzen gefunden worden. Auch die Alemannen und die Franken hinterließen Spuren ihrer Anwesenheit in Form von Funden.

769 urkundlich erwähnt

Binau wurde im Jahre 769 erstmals urkundlich erwähnt, ist aber sicherlich viel älter. Der Ortsname, dessen Endung "au" auf Naturverhältnisse hinweist, lautete 769 Benenheim oder Bienenheim, 772 Beonanheim, 774 Beninheim, 1536 Buenaw, 1629 Binheimb und im 18. Jahrhundert Neckarbinau.

Man ist sich nicht sicher, ob die Bedeutung des Namens von einer mit Weidenruten geflochtenen Fischfangvorrichtung, der Benne oder Binne, oder von der Bienenzucht abstammt. Beide, Fisch und Bienenkörbe sind auf dem "redenden" Wappen der Gemeinde abgebildet.

Schon damals hatte das Kloster Lorsch viele Besitztümer in Binau. Die Hüter des Tales waren im 12. Jahrhundert die Ritter von Dauchstein, danach in der Mitte des 14. Jahrhunderts waren es die Freiherren von Helmstadt, die ebenfalls auf der nahe bei Binau gelegenen Burg Dauchstein lebten. Später kam Binau in den Besitz der Reichsritterschaft der Franken.

Schloss und Dorfkirche

Vor seinem Eintritt in das Engtal umspannt die weit ausholende Schleife des Neckars Dorf und Gemarkung Binau und hinterläßt den Eindruck, sie lägen auf einer Halbinsel. Aus der Ortsmitte ragen Schloss und Dorfkirche. Das Schloss steht fast auf der gleichen Stelle wie das alte Schloss das bis Mitte des 18. Jahrhunderts hier stand. Auf dem Schloss lebten bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die Ortsherren von Binau, Freiherren und Grafen, später aber auch Bürgerliche. Nachdem das Schloss kurzzeitig als Hotelpension genutzt wurde, ist heute ein Alten- und Pflegeheim darin untergebracht.

Die Kirche stammt aus dem 14. Jahrhundert. Im Turmgewölbe des auf quadratischer Fläche erbauten Kirchturmes konnten 1926 und 1956 bei Renovierungsarbeiten spätgotische Fresken und das Baujahr 1350 freigelegt werden. Seitdem wird die Kirche gern von Kunstfreunden besucht.

Burg Dauchstein

Die Burg Dauchstein, um 1150 zur Zeit der Hohenstaufen als Zollburg erbaut, lag früher etwa eineinhalb Kilometer von Binau entfernt und ist heute in den neuentstandenen Ortsteil Binau-Siedlung miteinbezogen.

Die Binauer betrieben neben Landwirtschaft und Viehzucht einen ausgedehnten Weinbau. Im 18. Jahrhundert stellten sie sich allmählich auf Kernobst um und als im 19. Jahrhundert die Reblaus zu wüten begann, betrieben sie nur noch Obstbau. Auch die Fischerei wurde betrieben. Der Neckar war einst sehr fischreich und die Neckarfische waren als schmackhafte Leckerbissen weithin bekannt.

Das größte Hochwasser in der Geschichte Binaus geschah im Jahre 1784 als die Wogen des Neckars bis zur Kirchtreppe gingen. Das zweitgrößte Hochwasser wurde am 16.02.1990 mit 1,58 Meter über Normalpegel registriert und übertraf damit noch die Marke vom 24.05.1976 um 2 cm.

 
Willkommen in Binau

Home  |  Impressum